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lebe, nicht von ſeinem Herzen kommen, in Gold ge⸗ faßt, zunächſt dieſem ihren Platz haben ſollte. Und ſte hüpfte nun wieder zu einem der Blumenbeete, und
pflückte ihm einen Strauß, und er ihr einen, und dann ſetzten ſie ſich, und ſie bekränzte ihn, und er ſie. — Und während ſte ſich ſo bekränzten, mußte er ihr wieder erzählen aus ſeinem Leben, ſich ausfragen laſſen,— Liebe iſt argwöhniſch,— und darüber ver⸗ ging eine Stunde,— und eine zweite— dritte;— die Mittagsglocke läutete, ſie hörten ſte aber nicht, der Vater ſtand ihnen zur Seite, ſie ſahen ihn nicht.— 1
Auf ein Mal verfiel ſie in ein tiefes Sinnen.
„Weißt Du, Edward!“ rief ſie plötzlich lebhaft, „heute kann ich nicht ins Paradies hinauf, unmöglich. — Ich weiß nicht, aber heute könnte ich Deinem ſpot⸗ tenden Onkel nicht unter das Auge treten. Du mußt heute allein hinauf, theurer Edward! ich kann nicht, ich muß mich faſſen; das Glück iſt zu groß!“
„Zu groß!“ rief er wie berauſcht;„aber warum muß ich,“ ſeine Stimme zitterte;„warum muß ich Dich verlaſſen?“
„O, Du mußt, thue es, ſüßer Edward!“ bat ſte,


