Teil eines Werkes 
7. Theil, Morton oder die große Tour : in zwei Theilen : 1. Theil (1846) Die große Tour
Entstehung
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daß Göthe von dem großen Unbekannten eine nichts weniger als hohe Meinung hege, und daß er nicht begreifen könne, wie ein Mann, wie Walter Scott, ein Mann von ſeiner Stellung und Talenten, ſich mit ſo langweiligen Darſtel⸗ lungen befaſſen könnte. Wenn der große Göthe dieß geſagt hat, ſo hat er ein Urtheil ausgeſprochen, das grell gegen die feſtſtehende Meinung der anerkannt am richtigſten beur⸗ theilenden europäiſchen Nation anſtoßt. Nicht bloß die engliſchen und ſchottiſchen gelehrten Autoritäten, die Lon⸗ don⸗ und Edinburgh⸗Quarterlies, die ganze Nation iſt es, die Walter Scott als ihren erſten belletriſtiſchen Schrift⸗ ſteller, nach Shakespeare, anerkennt, und zwar eben wegen ſeiner Romane anerkennt. In ſeinen in gebundener Rede geſchriebenen poetiſchen Werken hatte Walter Scott be⸗ kanntlich nichts weniger als reüſſirt; in ſeinen vermiſchten und geſchichtlichen gleichfalls nicht. Es waren ſeine Wa- verleys, ſeine Tales of my Landlord, ſein Ivanhoe, die die allgemeine Aufmerkſamkeit auf ihn lenkten, die ihn zum Liebling der Nation, zum Gegenſtand ihrer Zärtlichkeit machten, ihm Auszeichnungen verſchafften, die nur den um das Vaterland verdienteſten Männern zu Theil werden. Und das war nichts als billig an dem Manne gehandelt, der ſein Vaterland zum klaſſiſchen Boden erhob, die Jungfrauen deſſelben veredelte, die konſtitutionelle Erziehung deſſelben beförderte. Göthe vermochte viel; aber es iſt leichter geſagt als gethan, Romane von dem Gehalt der Bride of Lamer- moor oder The Heart of Midlothian zu ſchreiben, und ſelbſt der Premierminiſter eines deutſchen Großherzogthums wurde einige Schwierigkeit gefunden haben, in einem Lande, wo die Preßfreiheit auf ſehr zweideutigem Fuße ſteht, mit