Teil eines Werkes 
4. Theil (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 138—

Jammerthale noch einmal geſehen haͤttet. Er hat Euch ſtets ſo zaͤrtlich geliebt, wiewohl— es iſt ja unnuͤtz, von der Vergangenheit zu ſprechen— ſelbſt von der Zukunft! wie oft habe ich mir nicht dieſe entſetzliche Cataſtrophe vorgeſtellt, wie oft mich gefragt, ob ich ſie er⸗ tragen koͤnnte?— Ach! und noch war ich weit von der Ahnung dieſer Schreckniſſe ent⸗ fernt!“——

„Liebſte Flora! Euere Seelenſtaͤrke“——

„Iſt Schuld an allem Ungluͤck! o Waver⸗ ley! ein unerſaͤttlicher Geier nagt an meinem Herzen... Tag und Nacht hoͤr' ich eine Don⸗ nerſtimme, die mir ſagt: Unſelige, dieſe See⸗ lenſtärke, auf die du ſo ſtolz wareſt, brachte deinen Bruder auf's Schaffot.. deine gottloſe Hand, ehrgeitzige Schweſter, zerſchnitt den Fa⸗ . den ſeines Lebens!“

„Liebe Flora! beſchaͤftigt Euch doch nicht mit ſo traurigen, leeren grundloſen Gedan⸗ ken?“—

„Ihr irrt Euch!.. ſtatt meines Bruders gluͤhende Phantaſie abzukuͤhlen, reichte ich ihr unablaͤſſig neue Nahrung dar; ſein heftiges, ſtuͤrmiſches Gemuͤth haͤtten Zerſtreuungen be⸗ ſaͤnftiget, und ich that Alles, um ihn beſtaͤn⸗ dig nur mit Einer Idee zu beſchaͤftigen. In

4