Teil eines Werkes 
3. Theil (1822)
Entstehung
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I erſhhanenbeie noch die uͤble Laune des kergus, aͤnderten ihr Syſtem. Miß Roſa hatte viel bey unſerem Helden gewonnen. Er hatte bemerkt, daß, wenn ſie dahin gelangte, ihre erſte Schuͤchternheit zu uͤberwinden, ſie viel Verſtand und Geſchmack beſaß. Bey unruhigen Augenblicken zeigte ſie einen feſten, edlen, gefuͤhlvollen Charakter. Mit Vergnuͤgen ſah er, wie eifrig ſie alle Mittel er⸗ griff, ihre Erziehung zu vervollkommnen. Man bemerkte, daß ſie in Eduards Gegenwart nur bemuͤht war, die Talente ihrer Freundinn, wie ihre eignen, glaͤnzen zu laſſen; und doch war auch hierin nicht die leiſeſte Spur von Zie⸗ rerey zu ſinden. Oft ſind die Achtungs⸗ und Freundſchaftsbezeigungen, die ſich zwey huͤbſche junge Weiber gegenſeitig geben, nichts weniger als der Ausdruck ihrer wahren Empfindungen. Aber ſtets benahm ſich Miß Roſa gegen ihre Freundinn mit der zartſinnigſten Großmuth. Auch dieſe blieb ihr darin nichts ſchuldig. Es war, als wollten zwey Schauſpielerinnen die Zuſchauer durch die Wahrheit ihres Spieles er⸗ götzen. Nach dem gegenſeitigen Beyfalle, den ſie einander gaben, war es nicht leicht zu ent⸗ ſcheiden, welche das meiſte Talent im Zartge⸗ fuͤhl fuͤr wahre Freundſchaft beſaß.