Teil eines Werkes 
1. Theil (1822)
Entstehung
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genreitz uͤberwinden kann. Welche Muͤhe muß man ſich nicht geben, um gemaͤchliche Charaktere immer in Athem zu erhalten durch die Anwen⸗ dung einer Neuheit, die ihre Nengier einige Zeit anſpornt, aber endlich doch ſich abſtumpft, wenn man nicht Sorge trägt, ſie jeden Augen⸗ blick zu wechſeln, um die Saͤttigung zu ver⸗ meiden?— Oft legte Eduard ein claſſiſches Buch nicht eher aus der Hand, als bis er es geleſen hatte; aber wenn ihm ſein Lehrer kritiſche Bemerkungen machen mußte uͤber den Plan, uͤber den Stylt, uͤber die Schoͤnheit des Werks, uͤber die gluͤckliche Wahl der Ausdruͤcke und Bilder, uͤber die Richtigkeit der Verglei⸗ chungen, ſo ſagte unſer junger Doctor eben ſo zuverſichtlich, wie der beruͤhmte Scaliger oder Bentley wuͤrde geſagt haben:„Ich brauche von Niemanden Huͤlfe, um einen Lateiniſchen Schrift⸗ ſteller zu leſen oder zu verſtehen.“ Ach! er ſtellte ſich nicht vor, daß, indem man es ihm vergönnte, nur zu ſeiner Beluſtigung zu leſen, er ohne Ruͤckkehr die Gelegenheit verlor, ſich aus Gewohnheit nützlich mit Studiren zu be⸗ ſchaͤftigen, und ſeine Beurtheilungskraft ſo durch Nachdenken zu ſchärfen, daß er einſt ſelbſt im Stande ſeyn wuͤrde, neue Enideckungen in der Analyſe zu machen, einer Wiſſenſchaft, die koͤſt⸗