ſich der junge Mann, ſo feſt er vermochte, an die Tonne, ſprach ein kurzes Stoßgebet und uͤberließ ſich den Elementen.
Im Augenblicke der Todesnoth hoͤren die menſchlichen Geſetze auf, da die Strafen ihre Schrecken verloren haben; auch die hoͤhern Geſetze koͤnnen alsdann ſchweigen; wenn aber die Ruhe zuruͤckgekehrt iſt, wird auch die Stimme des Gewiſſens wieder laut. Als der Schiffbruͤchige, erſtarrt am Leibe, und ſtarr im Geiſte, bald unter bald hoch uͤber dem Waſſer fortgetrieben wurde, als Alles um ihn grauſe Nacht war, und die unterweilen niederſchlagenden Blitze ihm nur noch graͤßlicher die Todesſeene zeigten, da ſchwieg die innere Stimme doch nicht ſoweit, daß es ihm nicht waͤre leid ge⸗ worden, ſeinen Ungluͤcksgefaͤhrten ermordet zu haben.
Es mochten nur wenige Minuten vergangen ſein, als der Schwimmende ein Stoͤhnen neben ſich vernahm. Gluͤck⸗ licher Weiſe erhellte ein Blitz in dem Augenblicke die Ge⸗ gend, und er konnte ſehen, wie ſein Gegner noch immer mit den Wellen kaͤmpfte, indem er ſich an einem ſchwachen Brette feſthielt. Das Brett konnte ihn indeſſen nicht tragen, ſon⸗ dern diente allein ihn beim Schwimmen zu unterſtuͤtzen. Die Kraͤfte ſchienen ihm auszugehn, als auch er ſeinen beguͤnſtig⸗ ten Gegner erblickte. Er ſtreckte die Hand nach ihm aus:
Habe Barmherzigkeit! Mit mir iſtes aus— gleich aus— nimm, wenn's Dir beſſer geht, aus meiner Brieftaſche— den Brief und bringe ihn der Lady— wenn Du ſelbſt jemals geliebt haſt, beſchwoͤre ich Dich, thu' es, und ſag ihr, ich


