Teil eines Werkes 
1. Band (1825)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

flog. Die Truͤmmern aber wurden weit uͤber den Ohnmaͤch⸗ tigen fortgeſchleudert, ſo daß, als er ſeine Beſinnung wieder erhielt, er auf der unruhigen Waſſerflaͤche kein Schiff mehr, und nur in weiter Entfernung einiges Bretterwerk, als Spiel der Wellen, erblickte.

Die Noth fuͤhrt allemal den Menſchen zur Natur zuruͤck. Wer von unſern weit hinausblickenden Reformern wuͤrde, wenn ſein Dampfſchiff geſprungen, noch ferner an die radi⸗ kale Ausbeſſerung des Staatsſchiffes gedacht haben, ſondern nicht viel lieber auf ſein eigen Heil bedacht geweſen ſein! Auch der junge Mann vergaß die truͤben oder lockenden Aus⸗ ſichten, welche ihm am Bord des Schiffes vorgeſchwebt hat⸗ ten, und ſtrengte jetzt alle Kraͤfte an, durch die hohen Wel⸗ len nach einer Tonne zu ſchwimmen, welche in geringer Ent⸗ fernung von ihm bald aus dem Waſſer hervorblickte, bald verſchwand, jenachdem ſie die Welle mit ſich in die Hoͤhe trug, oder beim Sturze mit ſich hinunter riß. Endlich gelang es dem bereits Erſchoͤpften, die Tonne zu erreichen. Kaum aber hatte er den aͤußerſten Rand mit beiden Haͤnden gefaßt, als auch von der andern Seite die Tonne niedergezogen wurde. Ein Schiffbruͤchiger, deſſen naſſe lange Haare uͤber ſein Ge⸗ ſicht ſchlaff herabhingen, krallte ſich, wie der Adler auf Schott⸗ lands Klippen das Laͤmmchen faßt, an den Reifen der Tonne an, und es ſchien aus ſeiner Gewaltanſtrengung, als haͤtte

zer in das Holz ſelbſt hineingreifen wollen. Als er den Ne⸗ benbuhler bemerkte, ſchuͤttelte er wild ſeinen Kopf, um die