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moͤglich, daß ein Walladmor einem Geaͤchteten die Hand reicht. 3
Der Sauire war verſtummt. Er ſah und ließ es geſche⸗ hen, daß der Verbrecher mit ruhigen Schritten den Saal entlang ging, die Fluͤgelthuͤre oͤffnete und verſchwand. Er zaͤhlte jeden Tritt des Herabgehenden auf den ſteinernen Wendeltreppen, und als der letzte Klang bei der Entfernung und Kruͤmmung der Gemaͤcher verhallt war, wußte er noch immer nicht, was er beginnen ſolle; doch verrieth die That ſeinen Entſchluß, denn ruhig ſtehend traf er keine Anſtalten, dem verwegenen Verbrecher nachzuſetzen.
Nichols war es, welcher aus dem Seitengebaͤude vortre⸗ tend, und im Begriff, durch die von Toms offen gehaltene Hinterpforte das Schloß zu verlaſſen, durch ſeine ploͤtzliche Erſcheinung die Lady erſchreckt hatte. Jetzt, als ſie wieder zum Bewußtſein zuruͤckgekehrt war, und, mit ihrem Geſichte an dem Buſen der Vertrauten ruhend, ihn mit der Hand abwehrte, rief er mit dringender Stimme aus⸗
Ginievra! blicke mich an! Ich verlaſſe Dich nicht. Ich ſchwoͤre es Dir zu, ich verlaſſe Dich nicht.— Der Himmel ſelbſt fuͤhrt Dich mir in den Weg.— Du weißt, meine Liebe iſt kein Kinderſpiel, es iſt eine Leidenſchaft, die wie ein Lavaſtrom Kluͤfte fuͤllt und Haͤuſer mit ſich reißt. Ginieyra, Du liebſt mich, Du liebteſt mich, Du mußt mich lieben. Wir ſahen uns ein Jahr nicht, aber in jedem Tage des Jah⸗


