Teil eines Werkes 
2. Band (1825)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

ſchen? ſagte Malburne im Fortgehn Sollte Ihnen das aber hier unter freiem Himmel in ſo angenehmer Geſellſchaft wider Erwarten nicht gefallen, ſo erlauben Sie mir, Ihnen zu ſagen, daß ſuͤdweſtlich von hier das Wirthshaus bei Aber⸗ kilvie das naͤchſte von hier ſein wird, welches Fremde auf⸗ nimmt.

Vielen Dank fuͤr die große Gefaͤlligkeit.

Der Mann ging nach einer leichten Verbeugung fort, und nachdem er in langſamem Schritte hinter einer Anhoͤhe verſchwunden war, kam ein ſchwarzer Reiter zum Vorſchein, zog in der Entfernung den Hut ab und ſetzte dann im Trab uͤber das Moor nach der Gegend von Mer*r zu. Bertram ſah ihm lange nach, und aͤußerte endlich bei ſich:

Seltſam! mir iſt es unlieb, daß der Mann mich hier in der Wildniß allein laͤßt, und doch habe ich eine innere Be⸗ ſorgniß vor ihm, zu welcher allerdings ſein verdaͤchtiger Stand im Leben allzuſehr berechtigt. Ich muß aber ſehn, was aus der ungluͤcklichen Frau geworden iſt, deren Anblick bei dem launigen Egoiſten nicht das geringſte Mitgefuͤhl erweckte.

Die Alte, welche vermuthlich nichts von beiden Frem⸗ den gemerkt hatte, ſaß niedergekauert am Fuß des Steinge⸗ ruͤſtes und verbarg ihr Geſicht mit den Haͤnden. Bertram naͤherte ſich ihr bis auf wenige Schritte, und redete ſie mit ſanfter Stimme an:

Gutes Muͤtterchen, was weinſt Du hier? Es iſt kalt und wird Abend, willſt Du nicht heim gehn zu Deinen Kindern?

.