Mein Kind, zu hoch iſt der Rabenſtein Für Dich noch alleweil,
Komm mit auf's Pferd in die weite Welt, Das Hängen hat nicht Eil. Was ſoll Dich das nicht freun?—
Herr Reiter, mian fieht den Rabenſtein Als Merkmal überall.
Wer ohn' das Ziel in die Weite ſprengt, Verirrt und kommt zu Fall. Kaun mich mit Euch nicht freun.—
Lieb Mädchen, ich reite zum Rabenſtein Wohl hin auf graden Wegen, Ich reite wie ein Rittersmann Den Reiſenden entgegen. Kann Dich das nicht erfreun?
Lieb Mädchen, ich ſah am Rabenſtein. 8 Dich wohl vor ſieben Jahr, Nun hab' ich in der Welt mich beſſer bedacht⸗
Er ſei unſer Traualtar.
Soll das uns nicht erfreun?
Er küßt die Liebſte am Rabenſtein Und hebt auf's Pferd ſie geſchwind, Dann ſprengt er mit ihr in die weite Well, Die Leichen ſtattern im Wind. Soll das ſie nicht erfreun?
Dem jungen Manne rieſelte es kalt, nach Beendigung dieſes furchtbaren Geſanges, uͤber die Haut. Die Bleifeder ſteckte in ſeiner Hand wie angefroren, und er hatte keinen einzigen Vers aufgezeichnet. Die Alte ſprang bald nach


