Teil eines Werkes 
2. Band (1825)
Entstehung
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Seine Aufmerkſamkeit wurde aber bald auf's neue ge⸗ ſpannt, denn vom Galgen her toͤnte ein ſeltſamer wilder Ge⸗ ſang, und er glaubte auch hier eine Geſtalt um das graue Geruͤſte herumſpringen zu ſehn. Als er einige Schritte ſich genaͤhert hatte, erkannte er ein Weib, welches bald mit wun⸗ derbar pathetiſchem Schritte auf⸗ und niederſchritt, bald in wilden Spruͤngen um die Steinpfeiler tanzend ſich bewegte. Er blieb ſtehen, wie von einer Ahnung, daß er das Weib kennen muͤſſe, ergriffen. Bisher ſchien die Stimmung der Ungluͤcklichen eine uͤberſchwellende Luſt, ihr Geſang war ein Triumph. Mit einem Male aber ſchien der Taumel vor⸗ uͤber, ihre Kraft zu ſinken, und als ſie hinter dem Geruͤſte verſchwunden war, hoͤrte Bertram ſie mit ſanfterer Stimme ſingen, und verſtand folgende Worte:

Was fingeſt Du, Kind, um den Rabenſtein? Zerlumpt mit loſem Haar? Juchheißa, Herr Reiter, ich tanze den Reihn Als Braut am Traualtar; Was ſollt' ich mich nicht freun?

Hier hielt ſie inne. Bertram, in der Meinung, durch Zu⸗ fall den Anfang einer alten Volksballade gehoͤrt zu haben, und in der Hoffnung, bei ſtillem Verweilen vielleicht noch mehr zu hoͤren, zog ſeine Brieftaſche heraus, und ver⸗ ſuchte, den eben geſungenen Vers aus dem Gedaͤchtniß nie⸗ derzuſchreiben. Waͤhrend er ſich aber noch beſann, fing die Saͤngerin von neuem an; ihre Stimme nar jedoch jetzt wil⸗

der