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ihr Spiegel ihr ſagte, ſie ſehe uͤbernaͤchtig und abgemattet aus. Sie war daher, wie ihre Zofe ſich ausdruͤckte, von ganz beſonders uͤbler Laune, und Maria mußte Vorwuͤrfe erdulden, von de⸗ nen ſie nur ſo viel verſtehen konnte, daß, ob ſie gleich nicht haͤtte gegenwaͤrtig ſeyn ſollen, ſie doch auch nicht haͤtte wegbleiben duͤrfen. Emiliens Zorn war anderer Art. Ihren Aerger aͤußerte ſie ſtets mit einer energiſchen Hitze, die nie ver⸗ fehlte ihre Gegner zu betaͤuben. Dieſe Ausbruͤ⸗ che von Zorn waren aber weit ertraͤglicher, als die langweilige, graͤmliche Laune jener Dame.
Nachdem Emilie ſich durch Schmaͤhen, Laͤcherlich⸗
machen und Bitterkeiten Luft gemacht, und Ma⸗ rien zu Thraͤnen gebracht hatte, umarmte ſie ihre Couſine herzlich, ſchwur, ſie liebe ſie beſſer als irgend jemand auf Erden, und ſie ſei eine Tho⸗ rin, wenn ſie das mindeſte nach dem frage, as ſie ihr eben geſagt habe.
„Ich verſichere Dich,“ ſagte ſie,„daß ich Dich nur ein wenig plagen wollte, und Du mußt ſelbſt geſtehen, daß Du es reichlich verdient haſt. Ich kann aber unmoͤglich glauben, daß Du im mindeſten auch das, was ich Dir ſagte, achte⸗ teſt; das waͤre eine Thorheit, deren ich Dich nicht faͤhig halte. Du ſiehſt, daß ich weit mit⸗ leidiger in meinen Urtheilen bin, als Du. Di haͤltſt mich fuͤr ein unartiges Ding, und ich bin
zu gutmüthig, Dich eine Thoͤrin zu ſchelten. Lom⸗ Jei wieder gut, ich will Dir auch huͤbſch


