Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1826)
Entstehung
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. 195 liebe Maria? Reichen Sie mir Ihre Hand. MNariens Hand in die ihres Sohnes legend, fuhr ſie fort:Manche Thraͤne trocknete dieſe

liebe Hand von den Augen Deiner armen Mutter!

Maria erroͤthete und zog ihre Hand ſchnell hinweg. Sie fuͤhlte, daß dieſes eine Art von Aufforderung an die Gefuͤhle des Oberſten ſei. Ihr verwundetes Zartgefuͤhl wollte es nicht dul⸗ den ſeiner Dankbarkeit auf dieſe Weiſe empfoh⸗ len zu werden. Allein der Oberſte war zu ſehr in ſeine eigenen ſchmerzlichen Gefuͤhle verſunken, um den Worten ſeiner Mutter eine ſolche Deu⸗ tung zu geben. Zwar blickte er Marien einen Augenblick mit Intereſſe an, verſank aber gleich wieder in ſein trauriges Nachdenken.

Oberſt Lennox war von einfachen Sitten. Er ſchien uͤber das Beſtreben, ſich angenehm ma⸗ chen zu wollen, erhaben, ein Beſtreben, das weit oͤfterer ſeine Quelle in der Eitelkeit, als in der Gutmuͤthigkeit hat. Er ſtrebte zwar ſeine Mutter zu erheitern; richtete er aber ſeine Au⸗ gen auf ſie oder auf die vor ihm haͤngende ju⸗ gendliche Gruppe, ſo verriethen der Wechſel ſei⸗ ner Farbe und ſeine bebenden Lippen den Schmerz, den zu verbergen er ſich beſtrebte.

Nach geendigtem Fruͤhſtuͤck erhob ſich Ma⸗ rig, um ſich zu ihrer Abreiſe vorzubereiten, und

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