Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1826)
Entstehung
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Ach! dachte Maria, indem ſie das jez⸗ zige Ausſehen des Oberſten mit ſeinem an der Wand haͤngenden Bilde verglich,wie veraͤndert wuͤrde ſie das ihr ſo liebe Geſt cht jetzt finden! Das Gemaͤlde ſtellte den damaligen Juͤngling in aller Jugendſchoͤnheit dar, die feurigen Augen, die vollen Wangen, die ſchoͤne offene Stirne zeugten nur von Hoffnung, Geſundheit und Freude. Jetzt aber hatte der Kummer dieſe Augen getruͤbt, muͤhſames Kriegerleben die Wan⸗ gen geſchmaͤlert, und Sorgen die Stirne bewoͤlkt. Allein auch hier fand ſich der Satz beſtaͤtiget, daß ein noch ſo aͤhnliches Gemaͤlde den beſten Theil der Schoͤnheit nicht auszudruͤcken vermag. Denn das erhabene Gefuͤhl, die Miſchung von

Leben und Empfindung, welche die Zuͤge des

Originals ſo deutlich ausſprechen, vermochte es nicht darzuſtellen.

So dachte auch Maria, die aber, durch den Eintritt der Mſtrs Lennor, in ihren Ver⸗ gleichungen unterbrochen wurde. Ihr Sohn flog auf ſie zu, nahm ſie ihrer Fuͤhrerin ab, gelei⸗ tete ſie zu ihrem Sitz und leiſtete ihr alle kleine Dienſte, welche ihre huͤlfloſe Lage erforderten.

Lieber Carl, ſagte ſie läͤchelnd, als er verſuchte ihre Kiſſen zu ordnen,Deine Haͤnde ſind nicht an dergleichen Arbeiten gewoͤhnt. Dein

Arm iſt meine beſte Stuͤtze, aber eine ſanftere

Hand muß meine Kiſſen ebenen. Wo ſind Sie,