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Maria hatte bereits einige Wochen groͤßten⸗ theils in Roſe⸗Hall zugebracht, als Emiliens Balltag ſich naͤherte, auf welchem ſie ſich, als den erſten, dem ſie beiwohnen wuͤrde, ſo recht von Herzen freute. Mit mehr als gewoͤhnlicher. Heiterkeit erſchien ſie bei dem Fruͤhſtuͤck ihrer ehrwuͤrdigen Freundin. Aber gleich bei ihrem Eintritt ins Zimmer wich alle Heiterkeit von ihr, bei dem Anblick der auffallenden Veraͤnderung in Mſtrs Lennox Geſichtszuͤgen, deren verfinſterte Augen thranenvoll zum Himmel emporgerichtet waren, und deren Haͤnde ihr Herz preßten, als wollten ſie die innere Bewegung deſſelben be⸗ kaͤmpfen. Ihre treue Dienerin ſtand, mit einem offenen Brief in der Hand, neben ihr.
Maria flog auf ſie zu. Als die Blinde ihren leichten Tritt erkannte und die ſuͤßen Toͤne ihrer Stimme vernahm, breitete ſie die Arme nach ihr aus..
„Wo ſind Sie, liebes Kind?“ rief ſie aus, und druͤckte Marien krampfhaft an ihr Herz. „Morgen, ach Morgen! werde ich meinen Sohn, meinen Carl ſehen:— Sehen! O Gott, ſtehe mir bei! Nie, nie werden ihn dieſe meine Au⸗ gen erblicken!“”“ In aller Pein der widerſtre⸗ bendſten Gefuͤhle vergoß ſie bittere Thraͤnen.
„ Aber Sie werden ihn hoͤren,— Sie werden ihn an Ihr Herz druͤcken,— Sie werden fuͤhlen, daß er an Ihrer Seite iſt,“ ſagte Maria.


