26 zu ſeinen Fuͤßen, einen Leichenzug. Dieſer An⸗ blick uͤberraſchte ihn um ſo mehr, da er von kei⸗ nem Sterbfall in der Gegend gehoͤrt hatte, und er aus dem großen Gefolge vermuthete daß eine Perſon von Wichtigkeit begraben wurde. So ſchnell er es vermochte, eilte er den Berg hin⸗ ab, kam dem Zuge naͤher und erkannte alle Lairds der Gegend, außer meinen Vater, Sir Mur⸗ doch. Anfangs erſtaunt hieruͤber, beſann er ſich end⸗
lich, daß mein Vater in die niedern Theile Schott⸗
lands gereißt ſei, um der Hochzeit eines Ver⸗
wandten beizuwohnen. Duncan Maccrae war
neugierig zu wißen, wen man zu Grabe brin⸗ ge. Ein Gefuͤhl von dem er ſich keine Rechen⸗
ſchaft zu geben vermochte, verhinderte ihn jedoch
ſich unter das Gefolge zu miſchen. Deshalb blieb er am Rande des Huͤgels, gerade uͤber den Koͤpfen der Leichenbegleiter, nahe genug um ſie reden zu hoͤren. Aber obgleich er ſie deutlich die Lippen bewegen ſah, erreichte dennoch kein Laut ſeine Ohren. So ſchritt er mit der Pro⸗
zeßion fort, bis ſie vor dem Kirchhofe des Schlo⸗
Bes Dochart ſtille ſtand. Der Abend war ſchwuͤl.
Ein dichter Nebel erfuͤllte das Thal, waͤhrend
die Spitzen der Huͤgel wie Gold funkelten. Kein Luͤftchen regte ſich, und dennoch bogen ſich knarrend, die den Kirchhof umringenden Baͤume,
und verwelkte Blaͤtter wirbelten umher, als wie
vom Winde getrieben. Die Leichenbegleitung
ſtand eine Weile ſtill, gleichſam als ruhe ſie,
dann ſchritt ſie fort, um die eiſernen Gitter des


