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Miſtriß Douglas hatte viele gute Erziehungs⸗ theorien geleſen, und noch mehr uͤber die Erziehung nachgedacht. Ihr geſunder Verſtand ließ ſie aber bald einſehen, wie unzweckmaͤßig alle Theo⸗ rien ſind, die ſich nur auf die Weisheit des Verfaſſers gruͤnden, und daß es nicht blos von menſchlicher Kraft abhaͤngt, die Jugend gehoͤrig auf den Pfad der Tugend zu leiten. Deshalb ging das Hauptbeſtreben der weiſen Erzieherin dahin, der Seele des Kindes die reinſten Grund⸗
ſätze der Religion einzupraͤgen. Blos die Furcht
vor dem Allerhoͤchſten, ſollte, in Mariens auf⸗ daͤmmernden Verſtande, alles etwa in demſelben aufkeimmende Uebel bekaͤmpfen. Nur aus der heiligen Schrift wurden ihr die Grundſaͤtze der Moral beigebracht. Nicht etwa in der Geſtalt eines trockenen Geſetzbuches, das entweder am Sonntage mit feierlicher Miene geleſen oder mit thraͤnenden Augen in den Wochentagen, mit Verdruß auswendig gelernt wird; ſondern durch erlaͤuternde Erzaͤhlungen und Lehren,— ſo weit ſie dem Kinde faßlich waren,— aus dem Mun⸗ de, den es am meiſten liebte. Mſtrs: Douglas war die Freundin und Vertraute ihres Pflege⸗ kindes. Nur ihr vertraute Maria jede ihrer kleinen Hoffnungen, jede kleine Beſorgniß, jeden kindiſchen Wunſch. Die erſte Wirkung von Mariens aufkeimender Vernunft war, die, daß, wolle ſie ihrer Pflegemutter gefallen, ſie ſich zu⸗ vor beſtreben muͤße, das Wohlgefallen ihres Schoͤpfers zu verdienen.
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