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I.
Die vernachlaͤßigte Tochter der Lady Juliane Douglas genoß alle Vortheile die man nur ir⸗ gend von ihrer veraͤnderten Lage erwarten konn⸗ te. Ihre ſorgſame Tante wachte uͤber die Jah⸗ re ihrer Kindheit und erfuͤllte jede Mutterpflicht im ſtrengſten Sinn des Wortes. Miſtriß Dou⸗ glas war zwar keine Freundin von ſogenannten Erziehungsſyſtemen, und noch weniger von vie⸗ len Worten; ſie beſaß aber Nachdenken und ein gutmuͤthiges, wohlwollendes Herz. Die, von ihrer unnatuͤrlichen Mutter verſtoßene Kleine, erregte das innigſte Mitleiden und die waͤrmſte Theilnahme in ihrer Bruſt. Wenn ſie den un⸗ ſchuldigen Saͤugling an ihren Buſen druͤckte, be⸗ klagte ſie zwar oft im Inneren ihrer Seele, daß ihr das Gluͤck verſagt ſei, ein eigenes Kind in ihren Armen zu halten; ohne jedoch deshalb mit dem Schickſale zu hadern. Oft zitterte war eine kummervolle Zaͤhre in ihrem Auge, mir wel⸗ chem ſie aber ſtets dankvoll zum Himmel olickte, daß er ihr Gelegenheit gab, die bisher in ihr ſchlummernden Muttergefuͤhle zu erwecken. A 2


