„Lennor!“ wiederholte Sir Simſon, indem ſeine kleinen matten Augen vor Zorn funkelten. „Wer ſpricht von einem Lennor?— Ich,— ich dulde es nicht— Wo iſt meine Gemahlin? — Lennor!— er iſt ein Schurke!— Sie ſol⸗ len keinen Lennor heirathen!— Miß Grishelde, rufen Sie mir den Philiſter und meine Gnaͤdige.“ Seine Gemuͤthsbewegung war ſo groß, daß ſo⸗ gar Grishelde, die doch ſeit vierzig Jahren an dergleichen Ausbruͤchen gewohnt war, ſich dar⸗ uͤber entſezte.
„Du ſiehſt, daß es nur daher kommt, weil er fuͤrchtet, ich wolle mich verheirathen,“ ftuͤſterte ſie Marien zu.„So eine uneigennutzige Anhaͤnglichkeit ſteht nicht in meinen Kraͤften zu belohnen!“
Hierauf wendete ſie ſich zu Sir Simſon, und ſuchte ihn, durch wiederholte Verſicherungen, nicht ſie, ſondern Mariechen, heirathe ja den Oberſten Lennor, zu beruhigen. Aber alle ihre Muͤhe war vergebens. Sir Simſons Lippe zit⸗ terte und murmelte unaufhoͤrlich, und jemehr Grishelde die Wahrheit ausſchrie, je hoͤher wuchs ſeine Wuth, ſo daß man endlich genoͤthiget war, den treuen Philiſter zu Huͤlfe zu rufen. Maria, die ſich uͤber den lauten Ausbruch ihres Geheim⸗ niſſes ſchämte, und ſah, daß ſie hier nicht von Nutzen ſeyn koͤnne, verließ, mitten unter dem endloſen Geſchwaͤze ihrer Tante, das Zimmer. Wie ſie die Stiege hinab gieng, horte ſie leztere


