Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

Dir kann vermieden werden, wenn Du nur die gehörige Aufmerkſamkeit darauf verwen⸗ den wilſt. Es iſt ſehr glucklich fuͤr Dich, lie⸗ be Maria, daß Du Freunde beſitzeſt, welche Dich ſtets da zurecht weiſen, wo Du in

Irrthüͤmer verfällſt. Aus Mangel an ei⸗

mem ſolchen unſchaͤtzbaren Segen, nemlich

aus Mangel an einem aufrichtigen Freunde,

verließ ſchon mancher die Welt, ohne kluͤger zu ſeyn, als wie er in dieſelbe eintrat. Al⸗ lein dies wird, wie ich mir ſchmeichle, der Fall mit dir nicht ſeyn, da Du es fuͤhlen mußt, welche große Muͤhe, meine Schweſtern und ich uns gaben, Dir, von Deiner Geburt an, Dei⸗ ne Fehler zu ruͤgen. Der ein e, auf welchem ich Dich fuͤr jetzt, beſonders aufmert ſa m zu machen wuͤnſche, iſt, daß Du ſtets den gehoͤrigen Datum uͤber Deine Briefe zu ſetzen vergißeſt, wo⸗ durch wir alle oft in die großte Verlegenheit ge⸗ ſetzt werden. Ein auffallendes Beiſpiel hie⸗ von anzufuͤhren, dient, daß unſer wuͤrdiger Pfarrherr, der ſehr ehrwürdige Herr Macdrone eben zum Beſuch bei uns war, als Dein letz⸗ ter Brief anlangte. Nachdem Se: Ehrwürden ihn hatte vorleſen hören, erkundigte er ſich, wie natürlich, nach dem Datum. Nun kan ich Dir nicht beſchreiben, wie albern wir Alle aus ſahen, als wir genothigt waren, zu geſtehen, es ſei kein Datum in dem Briefe zu finden! Und da ich nun einmal bei dieſem Ge⸗ genſtande bin, ſo halte ich es fuͤr beſſer,