Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1826)
Entstehung
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Sie ſagte mir, erwiederte Marin,es eriſtire allerdings eine Liebe, von welchen die weiſeſten und tugendhafteſten Menſchen nicht er⸗ roͤthen duͤrften! Die Liebe zu einem tugend⸗

haften Gegenſtand, welche ſich auf Achtung gruͤn⸗

de, und durch gleichen Geſchmack und gleiche Ge⸗ fuͤhle erhoht, ſich in veine Anhanglichkeit verwand⸗ le. Nicht eher bis ich alles dieſes empfinde, werde ich glauben Liebe zu fuͤhlen.

Hm! Von dem gleichen Geſchmack und den gleichen Gefuͤhlen, zwiſchen Dir und dem Hergoge, laͤßt ſich eben nicht viel ſagen. Aber fuͤr eine Herzogskrone und neunzigtauſend Pfund jahrlicher Renten, könnteſt Du wohl Liebe und Achtung hegen.

Geſetzt ich hegte ſie, antwortete Maria lächelnd.So bleibt doch ſtets das zweite Ge⸗ bot, den Gatten zu ehren, und dazu iſt er ſo we⸗ nig geſchaffen, als fuͤr die beiden erſteren Ge⸗ fuͤhle. Ehre

Ich will keine zweite Predigt uͤber die Ehre anhoͤren, unterbrach Emilie.Vermaßz die Ehre den Schmerz einer Wunde, zu lindern? wie Falſtaf ſagt. Nur uͤber Liebe will ich pre⸗ digen, obgleich wir auch uͤber etwas anderes ſcherzen könnten, was nicht alle jungen Mädchens verſtehen. Was aber dieſen Herzog betrifft, ſo wollte ich lieber einen ehrlichen Bauersmann hei⸗ rathen, als den hochgebohrnen Strohkopf.