Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1826)
Entstehung
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Wahrlich, eine ſehr erbauliche Prebigt, 4. unterbrach Emilie. Mſtrs Donglas mag mir aber verzeihen, wenn ich beſſer hieruͤber zu pre⸗ digen glaube, als ſie. Es laufen viele Pſeudo Amors in der Welt unher, welche von ſolchen angebetet werden, deren Herzen nur von Leiden⸗ ſchaft, nicht von wahrer Liebe, beſeelt ſind. Dieſe falſchen Amors finden hauptſächlich viele Anbeter, unter den Koſtſchulen⸗Fraͤuleins, Miliz⸗Officieren und Putzmacherinnen, die ſich untereinander, ih⸗ rer ſchoͤnen Augen und rothen Uniformen wegen, heirathen, dann in ſchmuzigen Zimmern wohnen, ein Haͤufchen quaͤckende Kinder haben, und ſich bald einander von ganzem Herzen haßen. Dann giebt es eine andere Gattung, von mehr verfei⸗ nerten Seelen, welche ihr Entſtehen, den Schrif⸗ ten eines Roußeau, Goͤthe, Cottin, u. ſ. w. ver⸗ danken. Der Erfolg ihrer Liebſchaften gruͤndet ſich meiſt auf unerſteigliche Felſen, dunkle Wäl⸗ der und rauſchende Waſſerfuͤlle, und endet ins⸗ gemein mit Dolchen, Piſtolen, Gift, oder vor dem Eheſtandstribunal. Hieruͤber wuͤrde jedoch Lin⸗ dore beſſer zu reden wiſſen, als ich, mithin will ich auch ihm uͤberlaſſen, das Kapitel mit Dir abzuhandeln. Aber um wieder auf unſere eigenen Angelegenheiten zuruͤckzukommen: Geſtehe es mir einmal aufrichtig, hat man Dir denn ganz

und gar verboten Dich zu verlieben? Stellte Mſtrs

Douglas, Dir nur ſo eine Art Vogelſcheue zum abſchreken dar, oder war ſie aufrichtig genug, Dir die Liebe in ihrer wahren ſchoͤnen Geſtalt zu zeigen?