Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1826)
Entstehung
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laſſen? Kannſt Du glauben, daß ich faͤhig ſei, Ehre und Pflicht ſo fehr aus den Augen zu ſe⸗ 8en, um zu ſchwören, einem Manne, den ich we⸗ der liebe noch achte, Gehorſam zu leiſten, und ihm Liebe und Achtung zu verſprechen?

Liebe? rief Emilie.Darf ich meinen

DOhren trauen? Liebe! ſagteſt Du? Ich glaubte

bisher, nur ſolche Weltkinder wie ich, heiratheten aus Liebe, Heilige, gleich Dir, aber eher um je⸗ der andern Urſache willen, als aus Liebe. Ihr Tugendheldinnen heirathet, wie ich waͤhnte, nur aus Klugheit. Geſteh' es nur, iſt das nicht die Hauptlehre Eueres Glanbens?

Ich wurde nie in einem ſolchen Glauben unterrichtet, verſetzte Emilie.Auch hoͤrte ich, außer meiner lieben Tante Douglas, niemand uͤber dieſen Gegenſtand reden.

Nun, mir verlangt die Meinung Deines

Drakels zu hören, wenn Du ſie uir mit wenigen

Worten geben kannſt.

Sie warnte mich vor einer jetzt ſehr herr⸗ ſchenden Leidenſchaft, von welcher ich viel leſen, und noch mehr hoͤren wuͤrde, die aus einer un⸗ gezugelten Einbildungskraft und aus Mangel an Ueberlegung entſtehe. Sie ſagte ferner, daß, ge⸗ lockt durch ihren falſchen Schimmer, und ihre an⸗ ziehende Benennung, Viele in ihre Schlingen ſie⸗ len, daß