—
18
werden oder nicht. Keine alltägliche Bewunde⸗
rung haͤtte vermocht, den Herrn Herzog ſo ins Feuer zu bringen. Ich kannte ihn ſchon fruͤher und hielt es nicht fuͤr moglich, daß er eine ei⸗ gene Idee im Kopfe haben koͤnne. Nie hoͤrte ich ihn ſo brilliant reden,— er ſchien ja ganz begeiſtert.“
„Wäre es auch, wie Du ſagſt,“ verſetzte Maria, ſo iſt es mir doch ganz unbegreiflich, warum es meiner Mutter ſo mißfaͤllig ſeyn ſollte. Sie kann mich doch unmoͤglich fuͤr ſo albern hal⸗ ten, daß ich ſtolz auf die nichtsſagende Bewun⸗ derung ven irgend jemand ſeyn koͤnnte, oder fuͤr ſo niedertraͤchtig, einen Mann, den ich nicht lie⸗ be, blos deshalb zu heirathen, weil er ein Her⸗
zog iſt. Sie ſelbſt war ja deſſen nicht faͤhig,
wie vermoͤchte ſie alſo zu glauben, daß ich es ſeyn koͤnnte?
„Es ſcheint eben ſo unmoͤglich,“ antwor⸗ tete Emilie,„Dir Deine Mutter und Schweſter in ihrer wahren Geſtalt zu zeigen, als ſie zu be⸗ lehren, Dich in der Deinigen zu betrachten, und ſerne ſei es von mir, Euer gegenſeitiger Dol⸗ metſcher zu werden. Wenn Du Dir nicht ein⸗ mal denken kannſt, daß es Vorurtheile, Engher⸗ zigkeit, Neid, Haß und Bosheit, in der Welt giebt, ſo befindeſt Du Dich gluͤcklich in Deiner Ungewißheit. Glaube mir aber aufs Wort, daß es weit kluͤger iſt, ſich der Tyrannei zu wider⸗ ſetzen, als ſich ihr zu unterwerfen. Solche zah⸗
—
—


