„Wahrlich, Favolle!“ ſagte ſie eines Ta⸗ ges zu ihrer Kammerfrau, indem ſie ein koſt⸗ bares Armband um ihren ſchoͤnen Arm wand, „wahrlich man muß geſtehen, daß der Herzog ausnehmend viel Geſchmack hat; glaubſt du es nicht auch?— Und weißt du wohl, daß ich ihn nicht fuͤr ſo ganz häßlich halte. Sind wir nur erſt getraut, ſo ſoll er mir gleich einen Bru⸗ tuskopf tragen, die Augenbraunen muß er ſich ſchwaͤrzen und neue Zaͤhne muß er ſich auch ein⸗ ſetzen laſſen.“ Aber gerade, indem Inliane dieſes ſagte, ſchwebte die ſchlanke Geſtalt, die ſuͤßlaͤchelnden Blicke und das Lockenhaupt, eines gewiſſen ſchottlaͤndiſchen Officiers, vor ihren Augen. Mit einem muͤrriſchen„Puh!“ warf ſie den eitlen Pus bei Seite.
Zu dem einzigen Endzweck erzogen, eine glänzende Verſorgung zu erhaſchen, und die Sin⸗ ne der Männer zu reizen, war Julianens Verſtand ungebildet geblieben und ihren Neigun⸗ gen kein Zaum angelegt worden. Unter der Aufſicht einer modiſchen Mutter, und der einer willfaͤhrigen Erzieherin, verwandelte ſich durch ſtraͤfliche Nachſicht und kriechende Unterwuͤrfig⸗ keit, der kindiſche Muthwille, in Selbſtſucht und Eigenſinn. Die Zeit des Vaters war zu ſehr mit politiſchen Umtrieben ausgefuͤllt, als daß er
auf eine ſo unbedeutende Sache, wie die Bildung ſeiner Tochter, haͤtte achten ſollen. Nicht mit
der Zaͤrtlichkeit vaterlicher Liebe, ſon n mit
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