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gehen, mit den lebhafteſten Farben auszuma⸗ len. Mehr geblendet, als uͤberzeugt, erkläͤrte Juliane endlich:„ſie ſehe ein, daß es ihre Pflicht ſei, dem die Hand zu reichen, den ihr Vater ihr zum Gemahl beſtimme.“ Sie ſeufzte jedoch tief dabet, und ſetzte hinzu:„nehmen will ich ihn zwar, aber lieben werde ich ihn nicht, das ſage ich Ihnen zum Voraus.“
Der Graf laͤchelte uͤber ihre kindiſche Ein⸗ falt und verſicherte, das ſei ganz und gar nicht noͤthig. Heutzutage beſchraͤnke ſich die Liebe nur fuͤr den Poͤbel; für Ackerknechte und Milchmäg⸗ de ſei es gut genug aus Liebe zu heirathen, aber fuͤr ein junges Mädchen vom Stande wurde ein ſolcher Einfall hoͤchſt gemein ſeyn!
Obgleich Juliane den Weisheits ſpruchen ihres Vaters keinen unbedingten Glauben bei⸗ maß, ſo erſtickte doch die ihr vorgeſpiegelte Herrlichkeit, die Mahnungen ihres Herzchens auf eine kurze Zeit. Mit funkelnden Augen und ſchnellen Schritten eilte ſie„ ſich auf die An⸗ kunft des Herzogs vorzubereiten.
Das Blendwerk dauerte einige Wochen. Die Ehrerbietung, mit welcher man der kuͤnfti⸗ gen Herzogin entgegen kam, ſchmeichelte Ju⸗ lianen. Noch groͤßeres Vergnuͤgen gewährte
ihr die ſie umgebende Pracht und die Geſchenke, mit welchen ihr hochedler Bewerber ſie taͤglich
uͤberh


