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„O! ganz und gar keine, lieber Vater, unterbrach ihn Juliane eifrig,„nur was man zum Leben nothduͤrftig braucht, und den Mann, den ich liebe.“
„Und den Mann, den der Henker hole!“ rief Graf Courtland, außer ſich vor Zorn. „Was zum Teufel haſt du mit der Liebe zu thun, das moͤchte ich wiſſen? Heutzutage kann
man mit keinem jungen Mädchen von Heirath⸗
reden, gleich faͤngt es Feuer und Flammen, und
ſchwäzt von Liebe und Herzen und Pfeilen, und—
und.— Aber hoͤre Kind! ich dulde es nicht, daß meine Tochter den Narren mit ihrem Herzchen
ſpiele; fuͤrwahr nicht! Merk' dir das! Sie ſoll
ſich nur zu dem Endzweck vermählen, fuͤr wel⸗ chen die Ehe unter Standesperſonen eingefuͤhrt iſt; das heißt, um das Anſehen der Familie zu erhoͤhen, den politiſchen Einfluß derſelben aus⸗ zudehnen,— kurz, um des gegenſeitigen Vor⸗ theils beider Familien wegen. Nur zur Errei⸗
chung ſolcher Zwecke verheirathen ſich Standes⸗ perſonen. Nun bitte ich dich, was hat das
Herz hiebei zu thun?“ 6 „Ganz und gar nichts, lieber Vater!“ er⸗ wiederte Juliane kleinlaut.—„Laß ab, Ku⸗
pido, biſt du klug?“— Kupido kaute eben an
dem reichen Spitzenſchleier, der das Koͤpfchen ſeiner ſchoͤnen Gebieterin zum Theil bedeckte.
„Das glaub' ich auch,“ vief der Graf mit
zufriedener Miene.


