Teil eines Werkes 
2. Theil (1822)
Entstehung
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Shrer dunkelbraunen Ringe entledigt, ſcheitelten ſich Mathildens Locken, die weiße Stirn verſchleiernd und nur halb ihre ſchwar⸗ zen Augaͤpfel entdeckend. Die Roſen auf ihren Wangen waren ſo ſchwach, daß man geſagt hätte, ſie waͤren bleich, wenn nicht ein leichter Weſt ihre Locken empor gehoben, oder ſie geſprochen, geſungen, oder ſich raſcher bewegt hätte, oder das Lob derer, ſo ſie liebte, zu ihr gedrungen waͤre, oder der Antheil in ihrer Bruſt an irgend etwas ſich darthat; denn dann wetteiferte das ſanfte Roſenroth, das ihre Zuͤge verſchoͤnerte, mit dem Erroͤthen des anbrechenden Tages. Eine nachdenkende Anmuth lag ſanft uͤber ihren Zuͤgen, traͤumeriſche Schwermuth, uͤberein⸗ ſtimmend mit ihrer Stirne, den langen, dunkeln Wimpern und faſt geſchloßnen Augen. Dieſer milde Ausdruck verkuͤndete die feſte, entſchloßne, ergebne Seele. Dieſes ſind die Zuͤge, welche die roͤmiſche Kunſt der jung⸗ fraͤulichen Koͤnigin des Himmels zur Aus⸗ zeichnung gab. In fröhlichen Augenblicken drückten aber auch dieſe Zuͤge das Lächeln

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