— 6—
fröhlicher Spiele und heitrer Phantaſie aus. Wenn Tanz, oder Geſang, oder Geſchichten die Flucht der Stunden in Freuden verkuͤrzte, ſagte oft ihr Vater, daß ſie von allen die Frohlichſte ſey. Aber die Kriegstage, die baͤrgerlichen Unruhen, hatten dieſe feſtlichen Zeitvertreibe unterbrochen, und ihr ſanftes Nachdenken war jetzt in Traurigkeit uͤberge⸗ gangen. Auf dem Schlachtfeld von Marſton ward ihr Vater gefangen, ihre Freunde zer⸗ ſtreut, der tapfre Mortham tod geglaubt.. ihre Seele uͤberließ ſich jeder Befurchtung, womit Oswalds Durſt nach Macht und Gold ſie bedrohte; boͤſe Ahnungen ergriffen ſie, daß auf immer der ſanfte Traum ihres Herzens
dahin ſey— alles vereinte ſich, um die lie⸗
benswuͤrdige Maid finſtre Schatten zu ver⸗ breiten.
Wer hat nicht— als Erin ſeine Rechte gegen die Wuth der Sachſen vertheidigte— wer hat da nicht von dem tapfern O Neal gehoͤrt, deſſen Stahl ſo oft engliſches Blut benetzte, der ſeine Banner erhob gegen St. Georgs Kreuz, den ſtolzen Eſſex zerſtreute,
——
.
1 6


