5 109 wie den Waͤringern macht, indem man uns in der Zukunft Geldhaufen erblicken läßt, welche wir wahr⸗ ſcheinlich mit dem Schuee des vorigen Jahres bekom⸗ men werden. Faſſet daher Muth, edler Stephanos; und glaubet nicht, daß eure Geſchäfte darum ſchlechter gingen, weil die Arbeit dieſes Tages nicht geglückt iſt. Laſſet euren Muth nicht erkalten; habet ſtets die Grund⸗ ſäͤtze im Auge, welche ihm ſeinen Aufſchwung gegeben haben, und glaubet, daß eure Pläne darum nicht min⸗ der ſicher ſind, weil das Schickſal ihre Erfüllung auf ſpätere Zeiten verſchoben hat.
Auf dieſe Weiſe ſuchte Harpax, als geſchickter und erfahrener Verſchwörer, den wankenden Geiſt des Ste⸗ phanos zu beruhigen, um ihn in den Stand zu ſetzen, an einem neuen Unternehmen in ſpäterer Zeit Theil zu nehmen.
Die Abweſenheit der Gräfin Brunhilde an dieſem ereignißreichen Tage verurſachte dem Kaiſer und ſeinen Vertrauten nicht wenig Erſtaunen; denn man kannte ihren unternehmenden Charakter, ſowie die Theilnahme, welche ſie dem Ausgange des Kampfes ſchenken mußte. Bertha hatte in der Frühe den Grafen benachrichtigt, daß ſeine Gemahlin in Folge der Beſorgniſſe aller Art, die ſie ſeit einigen Tagen erlitten, nicht im Stande wäre, ihr Zimmer zu verlaſſen. Der tapfre Ritter beeilte ſich, der trenen Gräfin den glücklichen Ausgang des Kampfes zu berichten, und geſellte ſich dann zu denen, welche zur Abendtafel des Kaiſers eingeladen


