106 einer Verſchwörung Gehör gibt, ſollteſt du es für ein Glück anſehen, mit heilem Leben und Rufe davonge⸗ kommen zu ſeyn. Daſſelbe iſt dem Achilles Tatins und dem Cäſar begegnet; ſie haben ſelbſt ihre hohen Wur⸗ den behalten, und können darauf rechnen, daß ſie ih⸗ nen der Kaiſer in der Folge nicht ſo leicht zu entzie⸗ hen wagen wird, da er es nicht in dieſem Augenblicke zu thun gewagt hat, wo er doch vollſtaͤndige Kenntniß von ihrem Verbrechen beſitzt. Die Gewalt, welche man ihnen auf dieſe Weiſe gelaſſen hat, gehoͤrt uns in der That; und man kann nicht annehmen, daß ſie etwas bewegen ſollte, ihre Bundesgenoſſen bei der Re⸗ gierung zu verrathen: es iſt im Gegentheil wahrſchein⸗ licher, daß ſie ſich ihrer erinnern werden, wenn ſich zu günſtigerer Zeit eine Gelegenheit darbieten ſollte, ihren gemeinſamen Bund zu ernenern. Bleibe daher bei deinem edlen Entſchluſſe, mein Fürſt des Circus, und denke, daß du darum nicht minder jenen über⸗ wiegenden Einfluß behaupten wirſt, welchen die Günſt⸗ linge des Amphitheaters auf die Einwohner Conſtanti⸗ nopels ſtets unfehlbar ausüben.
Ich weiß dagegen nichts zu ſagen, antwortete Ste⸗ phanos; aber das nagt mir am Herzen, wie der ſtets lebendige Wurm, daß ich ſehen muß, wie jener fremde Bettler alſo das edelſte Blut des Landes verräth, um nichts von dem beſten Ninger der Palaͤſtra zu ſagen, und nach Hauſe zurückkehrt, nicht allein ohne für ſei⸗ nen Verrath beſtraft worden zu ſeyn, ſondern mit Lo⸗


