20 dagegen verlange ich nur die Vollziehung der gemaͤ⸗ ßigten Bedingungen fuͤr mein künftiges Leben, welche ich euch mitgetheilt habe.
Doch warum wolltet ihr euch fuͤrchten, ſelbſt dem Kaiſer eure Zuſtimmung zu einem Vergleiche anzu⸗ kuͤndigen, deſſen Bedingungen von eurer Seite nur aͤußerſt gemaͤßigt erſcheinen koͤnnen? Ich beſorge in der That, daß der Kaiſer auf einer kurzen Unterre⸗ dung mit euch beſtehen moͤge.
Ich ſchaͤme mich nicht, euch die Wahrheit einzuge⸗ ſtehen. Es iſt wahr, daß ich auf das verzichtet habe, was die Schrift den weltlichen Stolz nennt, wenig⸗ ſtens glaube ich es; aber der alte Adam lebt beſtäͤn⸗ dig in uns, und fuͤhrt einen ewigen Krieg mit un⸗ ſerer beſſeren Natur, und es iſt leichter ihn aus ſei⸗ nem Schlafe aufzuwecken, als ihn im Frieden wieder zur Ruhe zu legen. Als ich in der verfloſſenen Nacht nur halb erkannte, daß mein Feind vor mir ſtand, und meine Fähigkeiten nur zur Haͤlfte ihren Dienſt tharen, indem ſie mir ſeine trügeriſchen und verabſcheuungswuͤrdigen Toͤne in's Gedaͤchtniß riefen, zuckte da nicht mein Herz in meinem Buſen, wie ein Vogel in der Hand des Vogelſtellers? Und wa⸗ rum ſoll ich noch perſoͤnlich einen Vertrag mit einem Menſchen abſchließen, der, wie ſonſt immerhin ſein Betragen im Allgemeinen ſeyn mag, fuͤr mich, ohne einen Anlaß von meiner Seite, die beſtändige urſache eines unvergleichlichen Elends geweſen iſt?— Nein,


