Teil eines Werkes 
7. Theil (1832)
Entstehung
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ein einziger Blick in dem Geiſte Urſel's erzeugte; und dieſer Aublick war ihm anfangs drückend. Seine Augen hatten ſeit langer Zeit die Gewohnheit der täglichen Uebung verloren, welche uns gewöhnt, die vor unſerem Geſichte erſcheinenden Gegenſtaͤnde, den durch unſere anderen Sinne erworbenen Kenntniſſen unterzuordnen. Seine Vorſtellungen von der Ent⸗ fernung, waren ſo in Verwirrung gerathen, daß es ihm vorkam, als ob die Glockenhäuſer, die Thürme und Minarrets, welche er ſah, um ihn ſtünden, und ihn faſt berührten. Urſel konnte ſich eines Schrei's des Ent⸗ ſetzens nicht erwehren, drehte ſich um, und heftete ſeine Blicke auf ein verſchiedenes Schauſpiel. Er ſah auch Thürme, Kirchſpitzen und Thürmchen, aber im Spiegel der ſchönen Waſſerfläche, welche den Hafen von Conſtantinopel bildet, und goldenes Horn heißt, wegen der ungehenern Schätze, welche ſie in die Stadt führte. Auf der einen Seite war dieſes prachtvolle

Becken von Uferſtraßen umgeben, wo große Schiffe ſich

ihrer koſtbaren Laſt entluden, während an dem andern ufer Galeeren, Felucken, und andere kleine Fahrzeuge ſchneeweiße und ſeltſamgeſtaltete Tücher ausſpannten, welche ihnen als Segel dienten. An andern Stellen war das goldne Horn von einem grünen Mantel von Bäumen beſchattet; auch erſtreckten ſich die Gärten der Reichen und Vornehmen, ſowie öffentliche Belu⸗ ſtigungsörter bis an das Waſſer, das ihnen als Grän⸗ ze diente.