Teil eines Werkes 
6. Theil (1832)
Entstehung
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11⁰ eitlen Verſuchung nachgeben, um dich noch ungluͤck⸗ licher als bisher zu finden?

Ganz genau ſo.

Was denkſt du alſo vom Kaiſer, auf deſſen Befehl du eine ſo ſtrenge Vehandlung erfaͤhrſt?

Duban bedauerte vielleicht, dieſe Frage gethan zu haben, dennoch waͤhrend er ſprach, ging die Zimmer⸗ thuͤre auf, und der Kaiſer trat herein, mit ſeiner Tochter am Arme, welche mit Einfachheit, jedoch mit dem angemeſſenen Glanze gekleidet war. Sie ſchien die Zeit gefunden zu haben, ihren Anzug zu wech⸗ ſeln, um ein weißes Gewand anzulegen, welches ei⸗ ner Art Trauer glich, und ihr Hauptſchmuck war ein Diamantenkranz von unſchaͤtzbarem Werthe, welcher ihre ſchwarzen, in langen Flechten auf ihren Gürtel fallenden Haaren umgab und zuſammenhielt. Von einem faſt tödtlichen Schrecken ergriffen, war ſie von Alexius mit ihrer Mutter und dem Cäſar angetrof⸗ fen worden; und der Kaiſer hatte mit donnerndem Tone den Briennes, als des Verrathes ſehr verdaͤch⸗ tig, unter die Wache einer ſtarken Abtheiluns Wa⸗ ringer geſtellt, und hatte ihr ſelbſt befohlen, ihm in das Zimmer des Urſel zu folgen. Sie hatte ihm ge⸗ horcht, aber war feſt entſchloſſen, ſich an das wankende Geſchick ihres Gemahles, ſelbſt bis zum Aeußerſten, anzuſchließen, obwohl ſie nicht eher zu Bitten und Gegenvorſtellungen ihre Zuflucht zu nehmen gedachte, als wenn die Befehle ihres Vaters einen beſtimmten