109 zufuͤhren, deſſen unvergleichliche Liebenswuͤrdigkeit in dir den Wunſch erregen muß, ſie wenn auch nur auf einen Augenblick zu betrachten. Bei dieſen Wor⸗ ten ging er aus dem Zimmer.*
In der Luͤge ergrauter Verraͤther, ſagte urſel, fuͤhre Niemanden hierher. Suche nicht mit Huͤlfe eines Schattens und hoher Schoͤnheitsformen die Täuſchung zu vermehren, welche auf einen Augen⸗ blick mein Gefäͤngniß vergoldet, um ohne Zweifel den letzten Funken von Vernunft in mir zu erſtik⸗ ken, und mich alsdann aus dieſem irdiſchen Gefaͤng⸗ niſſe in einen Thurm der hoͤlliſchen Reiche zu bringen.
Sein Geiſt iſt ein wenig irre, ſagte der Arzt zu ſich ſelbſt, und das iſt oft die Folge einer langen ein⸗ ſamen Gefangenſchaft. Ich wuͤrde ſehr erſtaunen, dachte er darauf, wenn der Kaiſer aus dieſem Men⸗ ſchen etwas Vernuͤnftiges machen koͤnnte nach einer ſo langen Gefangenſchaft in einem ſo fuͤrchterlichen Kerker.— Du glaubſt alſo, fuhr er fort ſich zu Ur⸗ ſel wendend, daß dein offenbarer Austritt aus dem Gefaͤngniſſe, die vorhergehende Nacht, dieſes Bad, dieſe Erfriſchungen, daß alles dieſes nur ein trüge⸗ riſcher Traum ohne irgend eine Wirklichkeit iſt?
Ohne Zweifel. Es kann nichts Anderes ſeyn.
Und wenn du deine Augenlieder oͤffneſt, wie wir dich auffodern, ſo glaubſt du, du wurdeſt nur einer


