Teil eines Werkes 
6. Theil (1832)
Entstehung
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108 nehmen, ihn ſelbſt auszufragen, und alle Gefahr auf ſich nehmen.

Ja, meiner Treue, das will ich thun, erwiederte der Kaiſer; man muß nicht auf die Bedenken der Aerzte hören, wenn das Schickſal der Reiche und das Leben der Monarchen in der Wagſchale liegen. Stehe auf, edler Urſel; vernimm eine Stimme, wel⸗ che deinen Ohren einſt wohlbekannt war, und welche dir verkündet, daß du den Ruhm und die Macht wie⸗ der bekommen ſollſt. Blicke um dich, und ſiehe, wie die Welt dich anlächelt, da du aus dem Gefängniſſe trittſt, um einen Schritt zum Throne zu thun.

Argliſtiger Geiſt, antwortete urſel, deine Liſt ge⸗ braucht trugeriſche Lockungen, um das Elend eines Ungluͤcklichen zu vermehren. Erfahre, Verſucher, daß ich die Lehre der verfuͤhreriſchen Bilder kenne, welche du mir in der letzten Nacht vorgehalten haſt. Dein Gut, dein Flaumenbett, ein gluͤcklicher An⸗ fenthalt. Aber du koͤnnteſt eher ein Lächeln auf den Wangen des heiligen Einſiedlers Antonius be⸗ wirken, als meine Lippen zwingen, ein Laͤcheln zu zeigen nach Art der Wolluͤſtlinge dieſer Welt.

Verſuche es, Unſinniger, erwiederte der Kaiſer, und glaube an das Zeugniß deiner Sinne, welche dich von der Wirklichkeit des Gluͤckes uͤberzeugen werden, welches dich gegenwaͤrtig umgiebt. Oder wenn du in deiner Hartnaͤckigkeit beſtehſt, ſo bleibe einen Au⸗ genblick wie du biſt, und ich werde dir ein Geſchoͤpf