Teil eines Werkes 
6. Theil (1832)
Entstehung
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Gut, Sire, antwortete der Arzt, ganz gut; und wenn man ihn nicht in dieſem Augenblicke ſtört, ſo ſtehe ich dafür mit meiner geringen Kenntniß, die ich beſitzen kann, daß die Natur mit Hülfe der Heilkunſt über die Feuchtigkeit und die unreine Luft eines un⸗ geſunden Kerkers ſiegen wird. Aber, Sire, ſeyd vor⸗ ſichtig, und laſſet nicht durch eine haſtige Uebereilung dieſen Urſel früher mit der Welt in Berührung tre⸗ ten, als bis er ſeine zerrütteten Gedanken in Orduung gebracht, und bis zu einem gewiſſen Punkte die Schnell⸗ kraft ſeines Geiſtes und die Stärke ſeines Leibes wie⸗ der erhalten hat.

Ich werde meine Ungeduld unterdrücken, Duban; oder vielmehr ich werde mich von dir leiten laſſen. Glaubſt du, daß er wach iſt?

Ich habe Grund, es zu glauben; aber er öff⸗ net nicht die Angen, und ſcheint durchaus einer na⸗ türlichen Bewegung widerſtehen zu wollen, welche ihn beſtimmen ſollte, eine Anſtrengung über ſich ſelbſt zu machen, und um ſich her zu ſchauen.

Rede ihn an, damit wir erfahren, was in ſeinem Geiſte vorgeht.

Es iſt dabei einige Gefahr, antwortete der Arzt; aber euch ſoll gehorcht werden. Urſel! ſagte er, an das Lager ſeines Kranken tretend; dann wieder⸗ holte er lanter: Urſel! Urſel!

Ruhig! ſtille! murmelte der Kranke; ſtöret nicht die Seligen in ihrem Entzücken. Zwinget nicht den