105
Lager vom zarteſten Flaum gelegt hatte, anſtatt des harten und feuchten Strohes, auf welchem er drei Jahre lang gebettet geweſen war, ſo ließ man ihn einen ſtillenden Trank nehmen, worin man einige Tro⸗ pfen Opium gegoſſen hatte. Der auf dieſe Weiſe her⸗ veigerufene Schlaf, der Balſam für eine erſchoͤpfte Natur, ſtellte ſich bald ein, und der Gefangene genoß eine köſtliche Ruhe, welche ihm lange Zeit fremd ge⸗ weſen war, und welche ſich ebenſowohl über ſeine gei⸗ ſtigen Fähigkeiten, als über ſeinen Körper ausbreitete. Seine Züge verloren ihre Starrheit; ſeine mit Wohl⸗ vehagen ausgeſtreckten Glieder wurden nicht mehr von ſchmerzlichen Krampfanfüllen gefoltert, und ein Zuſtand friedlicher Ruhe ſchien auf ſeine bitteren Leiden zu folgen.
Die Morgenröthe faͤrbte ſchon den Himmelsbogen, und ein friſcher Morgenwind ſchmeichelte ſich ein in die erhabenen Säle des Blakernalpallaſtes, als ein leiſes Klopfen an der Thüre den Duban aufweckte, welcher ſich einige kurze Augenblicke der Ruhe erlaubt hatte, als er die Ruhe bemerkte, welche ſein Kranker genoß. Die Thüre oͤffnete ſich und er ſah einen Mann in der Tracht eines Pallaſtbeamten erſcheinen, welcher unter einem langen weißen falſchen Barte die Züge es Kaiſers ſelbſt verbarg.
Duban, fragte Alexius, wie gehts deinem Kranken, deſſen Geſundheit heute für das griechiſche Reich ſo wichtig iſt?


