Teil eines Werkes 
6. Theil (1832)
Entstehung
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104 Leiden verzehrten und für alle gewöhnlichen Empfin⸗ dungen des Lebens erſtorbenen Leib, daß erſt, nachdem ſich eine natürliche Reizbarkeit vermittelſt Einreibung ſeiner erſtarrten Glieder und anderer Mittel hergeſtellt hatte, der Arzt anfing zu hoffen, daß auch ſein Ver⸗ ſtand wieder ſeine Gewalt bekommen könnte.

Duban unterzog ſich mit Freuden der Ausführung der kaiſerlichen Befehle, und beſchloß bis zum Son⸗ nenaufgange am Krankenlager zu bleiben, und die ſchwache Natur aus allen Kraäften ſeiner Kunſt zu un⸗ terſtützen.

Unter den Stummen, welche bei weitem mehr ge⸗ wohnt waren, die von der Rache des Kaiſers einge⸗ gebenen Befehle zu vollziehen, als die Gebote ſeiner Menſchlichkeit, wählte ſich Duban einen von ſanfterem Charakter aus, und gab ihm zu verſtehen, daß er ein tiefes Geheimniß uber das Geſchäft, welches man ihm auftragen würde, bewahren ſollte; und nicht ohne Verwunderung erfuhr der verhärtete Sklave, daß er eine größere Verſchwiegenheit über die Wartung eines Kranken beobachten ſollte, als über die Qualen und Hinrichtungen, mit deren Ansübung er bisweilen be⸗ auftragt worden war.

urſel empfing leidend und ſchweigend die an ihn ver⸗ ſchwendete Pflege, und obwohl ihm ſeine Sinne eini⸗ ges Bewußtſehn gaben, ſo begriff er doch nicht genau die Gegenſtände deſſelben. Nachdem man ihn ein lin⸗ derndes Bad hatte nehmen laſſen, und ihn auf ein