Teil eines Werkes 
6. Theil (1832)
Entstehung
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Das wird ſehr ſchwierig ſeyn, Sire, nach der Le⸗ bensart und der Behandlung, welche die Schwäche ſeines Pulſes nur zu dentlich angibt.

Das kommt von dem Irrthum des Gefangenwärters, eines unmenſchlichen Ungeheuers, welcher dafür die gebührende Zuͤchtigung empfangen haben würde, wenn ſie der Himmel ſelbſt nicht vermittelſt eines ſeltſamen Waldmenſchen vollzogen hätte, welcher geſtern jenen Kerkermeiſter in dem Augenblicke tödtete, wo dieſer ſeinen Gefangenen ermorden wollte. Ja, mein then⸗ rer Duban, ein Soldat von unſerer Leibwache der Un⸗ ſterblichen würde ſonſt geſtern dieſe Blume unſeres Vertrauens geknickt haben, welche wir auf eine gewiſſe Zeitlang an einem heimlichen Orte verwahren mußten. Das wäre ein ſchwerer Hammer geweſen, der einen unvergleichlichen Edelſtein zu Staub zermalmt hätte; aber das Schickſal hat ein ſolches Unheil abgewandt.

Nachdem die Stummen angekommen waren, beſtellte der Arzt, welcher mehr gewöhnt ſchien zu handeln, als zu ſprechen, ein Bad mit heilkräftigen Kräutern, und gebot den Kranken nicht zu ſtören bis nach Son⸗ venaufgang. Urſel wurde in das nach der Vorſchrift des Arztes bereitete Bad gethan, aber ſchien ſich darauf nicht viel beſſer zu befinden. Von da brachte man ihn in ein ſchönes Schlafzimmer mit einer großen Glas⸗ thüre, welche auf eine der Teraſſen des Pallaſtes führte, wovon man eine ſehr weite Ausſicht genoß. Alle dieſe Sorgfalt verſchwendete man an einem dergeſtalt von