Teil eines Werkes 
6. Theil (1832)
Entstehung
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89 ſten Bande der Natur gleich ſchwachem Spinnenge⸗ webe, dich ohne Schande ausſprechen laſſen koͤnnte?

Glaube nicht, Anna, antwortete der Cäſar flehend⸗ daß ich in dieſem entſcheidenden Augenblicke meines Lebens die Rolle eines Heuchlers ſpielen wollte, um den elenden Ueberreſt eines ehrloſen Daſeyns zu ret⸗ ten. Mein einziger Wunſch iſt, mich von dir zu trennen, ohne der Gegenſtand deines Haſſes zu ſeyn, meinen Frieden mit dem Himmel zu ſchließen und die letzte Hoffnung zu nähren, daß ich mich, obwohl mit vielen Verbrechen belaſtet, in jene Reiche begeben koͤnnte, wo ich von deiner Schoͤnheit und deinen Ta⸗ lenten wenigſtens das Ebenbild, wenn ſie nicht uͤber⸗ troffen, finden werde.

Hört ihr ihn, meine Tochter, ſagte Irene: eure Stellung iſt derjenigen der Gottheit ähnlich, da ihr die Sicherung ſeines Lebens mit der Verzeihung ſei⸗ ner Vergehen verbinden koͤnnt.

Ihr täuſchet euch, meine Mutter; es ſteht nicht bei mir, ihm ſein Verbrechen zu verzeihen, noch weni⸗ ger ihm die Strafe zu erlaſſen. Ihr habt mich ge⸗ lehrt, mich zu betrachten, wie mich die zukünftigen

FJahrhunderte anſehen werden; was werden ſie von

mir ſagen, wenn ich als eine unempfindliche Tochter dargeſtellt werde, welche demjeuigen, der ihren Vates ermorden wollte, verzieh, weil ſie in demſelben einen ungetreuen Gatten erblickte2

O ſeht! rief der Cäſar aus, ſeht, Durchlauchtigſte