46 Patriarchen alle Fehler ſeiner Verwaltung vor, und hob beſonders kräftig die Gelegenheiten heraus, wo die Geſetze der Moral ſchändlich verletzt worden waren, ohne zu den Ausflüchten und Beſchönigungen, durch welche er ſich vor wenigen Augenblicken noch ſelbſt zu täuſchen geſucht hatte, ſeine Zuflucht zu nehmen. Der Patriarch konnte ſich kaum von ſeinem Erſtaunen er⸗ holen, als er den wahren Faden mehrerer Hofränke entdeckte, worüber er ein ganz verſchiedenes Urtheil gefaͤllt hatte, ehe die Erzählung des Kaiſers ſein Be⸗ tragen gerechtfertigt oder gezeigt hatte, daß es keine Entſchuldigung verdiente. Wenn er Alles erwägte, ſo war der Ausſchlag gewiß mehr zu Gunſten des . Alexius, als der Patriarch hatte glauben können, wenn er von ferne die Hofraͤnke bevobachtete; denn die Rath⸗ geber und Höſlinge ſuchten ſich, wie gewöhnlich, für den Beifall, welchen ſie im Rathe an den verwerflich⸗ ſten Maßregeln des unumſchraͤnkten Herrſchers ver⸗ ſchwendeten, dadurch zu eutſchädigen, daß ſie immer ſeinem Betragen gehäßigere Beweggründe unterſchoben, als welche wirklich ſeine Handlungen beſtimmten. Viele Menſchen, welche nach der gewöhnlichen Anſicht die Opfer der perſönlichen Feindſchaft oder Eiferſucht des Kaiſers geweſen waren, hatte er in der That nur ih⸗ res Lebens oder ihrer Freiheit beraubt, weil ihre Schonung die Ruhe des Staats oder das Leben des Herrſchers Preis gegeben hätte. Zoſimus erfuhr auch, was er vielleicht ſchon ver⸗
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