Teil eines Werkes 
6. Theil (1832)
Entstehung
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45 heime Unterredung mit dem Patriarchen haben wollte, wurde er in deſſen Buͤcherzimmer geführt, wo ihn der alte Prieſter mit der größten Achtung empfing, und gar wenig die Mittheilung erwartete, welche er er⸗ fahren ſollte, und die ihn bald mit Staunen bald mit Schrecken erfüͤllte.

Obwohl die religiöſen Geſinnungen des Kaiſers in den Augen einer großen Anzahl ſeiner Höflinge, be⸗ ſonders mehrerer Mitglieder ſeiner Familie für Heu⸗ chelei galten, ſo thaten doch dieſe Eiferer unrecht, ihn mit einem ſo gehäßigen Namen zu brandmarken. Da er nehmlich wohl wußte, welche feſte Stütze er in der Zuneigung der Geiſtlichkeit finden würde, ſo war er dadurch ſehr zu Opfern geneigt, welche der Vor⸗ theil der Kirche oder der Eigennutz der Prälaten, welche für ſeine Perſon Ergebenheit beweiſen, ver⸗ langte; aber wenn auf einer Seite dieſe Opfer dem Alexius ſelten von anderen als zeitlichen Betrachtun⸗ gen geboten wurden, ſo gefiel er ſich dagegen zugleich darin, ſie als eine Eingebung ſeiner religiöſen Geſin⸗ nungen anzuſehen, und maß die Zugeſtändniſſe und Handlungen, welche eigentlich aus einer reinweltlichen Klugheit entſprangen, einer aufrichtigen Frömmigkeit von ſeiner Seite bei. Seine Anſicht von dieſen Maß⸗ regeln glich dem Blicke eines ſchielenden Menſchen, welcher die Dinge verſch ieden anſieht, je nach dem Standpunkte, wohin er ſich ſtellt, um ſie anzuſehen.

Der Kaiſer legte in ſeiner demüthigen Beichte dem