Teil eines Werkes 
6. Theil (1832)
Entstehung
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24 ab, und ordnete ihren übrigen Anzug nach Art der Angelſachſen. Kaum hatte ſie ihren Putz beendigt, ſo kam der Edelknabe des Fuͤrſten Tankred zuruck, um ſie vor den Rath der Kreuzfahrer zu fuͤhren. Sie folgte ihm auf das von ihm gegebene Zeichen, während die andern jungen Leute, welche ſie begleitet hatten, uͤber die Leichtigkeit, mit welcher man ſie zu⸗ ließ, erſtaunten und ſich in eine ehrerbietige Eutfer⸗ nung von dem Zelte zuruͤckzogen, um über die Selt⸗ ſamkeit dieſes Abenteuers zu plaudern.

Indeſſen trat die Geſandtin in den Rathsſaal; ihre Geſichtszuͤge waren, von einem liebenswuͤrdigen Aus⸗ drucke der Schüͤchternheit und Beſcheidenheit belebt, doch verriethen ſie zugleich eine entſchiedene Entſchloſ⸗ ſenheit ihre Pflicht zu thun, was immer daraus er⸗ folgen moͤchte. Der Rath beſtand aus ungefaͤhr fuͤnf⸗ zehn der vornehmſten Kreuzfahrer, worunter Gott⸗ fried den Vorſitz fuͤhrte. Dieſer war ein ſtarker Mann und von hohem Wuchſe, welcher in die Lebenszeit eingetreten war, worin der Mann noch nichts von ſeiner Entſchloſſenheit verloren hat, waͤhrend er eine Weisheit und umſicht beſitzt, die ihm in ſeinen fruͤ⸗ heren Jahren unbekannt waren. Der Ausdruck der Züge Gottfrieds zeigte Klugheit und Kuͤhnheit, und glich ſeinen Haaren, worunter ſich einige Silberfaden mit ſchwarzen Flechten zu vermiſchen begannen.

In geringer Entfernung von ihm ſaßen Tankred, der edelſte der Griſtlichen Ritter; Hugo⸗ Graf von