Teil eines Werkes 
6. Theil (1832)
Entstehung
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20 ſeiner Anfälle von Freigebigkeit und Großmuth dem Oberhaupte der Franken gemacht hatte. Es wurde von großen Pfäͤhlen getragen, welche als Lanzen zu⸗ geſchnitten waren, und durch und durch von Gold ſchienen. Die Vorhaͤnge waren von dichtem Stoffe, welcher aus Seide, Vaumwolle und goldenen Faͤden gewirkt waren. Die Wachen, welche es umgaben, waren, wenigſtens waͤhrend der Zeit dieſer Rathsver⸗ ſammlung, ernſte Greiſe, meiſtentheils Knappen im perſoͤnlichen Dienſte der Fuͤrſten, welche das Kreuz genommen hatten, und welchen man folglich die Be⸗

wachung dieſer Verſammlung anvertrauen konnte,

ohne zu befuͤrchten, daß ſie ausſchwatzen wuͤrden, was ſie hoͤren koͤnnten. Ihre Miene war ernſthaft und nachdenkend, und ſie ſchienen das Kreuz nicht aus der eiteln Luſt nach Abenteuern, ſondern aus den wichtigſten und feierlichſten Gruͤnden genommen zu haben. Einer von ihnen hielt den jungen Italiaͤner an, und fragte ihn, welche Angelegenheit ihn ermäch⸗ tigte, in dem Rathe der Kreuzfahrer zu erſcheinen, da ihre Sitzung ſchon eroͤffnet war. Der Edelknabe antwortete, indem er ſeinen Namen nannte: Ernſt von Otranto, Edelknabe des Fuͤrſten Tankred. Dann ſetzte er hinzu, er haͤtte ein Maͤdchen anzumelden, welche eine Botſchaft für den Herzog von Bouillon haͤtte, und mit einem Pfande ihrer Sendung verſe⸗ hen waͤre.

Während dieſer Zeit legte Vertha ihren Mantel