Teil eines Werkes 
6. Theil (1832)
Entstehung
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19 von ſeinem Pferde. Ihr ſeyd keine verweichlichte Morgenlaͤnderin, liebenswuͤrdiges Mädchen, und ich vermuthe, daß es euch keine Schwierigkeit machen wird, ein folgſames Pferd zu lenken.

Nicht die geringſte, antwortete Bertha; ſie huͤllte ſich in ihren Mantel, und ſprang auf den feurigen Renner, wie ein Haͤnfling auf einem Roſenſtrauche herumhüͤpft. Und jetzt, mein Herr, ſetzte ſie hinzu, da meine Sendung in der That keinen Aufſchub dul⸗ det, werdet ihr mich verpflichten, wenn ihr mich auf der Stelle ins Zelt des Herzogs Gottfried von Bouil⸗ lon fuͤhren wollt.

Die Hoͤflichkeit des jungen Knappen benutzend, be⸗ ging Bertha die unklugheit, ſich von dem alten Waͤ⸗ ringer zu trennen; aber Ernſt hatte nur ehrbare Ab⸗ ſichten, und geleitete ſie durch die Zelte und Huͤtten zu dem Hauptzelte des beruͤhmten Oberfeldherrn der Kreuzfahrer.

Ihr müßt hier einige Augenblicke auf mich warten unter dem Schutze meiner Begleiter, ſagte Ernſt (es waren ihm nehmlich zwei oder drei Edelknaben aus Neugierde gefolgt, um zu ſehen, wie dieſes Aben⸗ teuer ausgehen wuͤrde), waͤhrend ich die Befehle des Herzogs von Buuillon einholen werde.

Bertha konnte ſich dieſem Vorſchlage nicht wider⸗ ſetzen, und ſie wußte nichts Beſſeres zu thun, als das Aeußere des Zeltes zu bewundern. Dieſes war ein Geſchenk, welches der Kaiſer Alerius in einem