13 ſchaft, welche ſie überbringen ſollte, wiederholt hatte, empfahl er ihr, ſich beim Aufgang der Morgenröthe bereit zu halten, und ging wieder zu den Caſernen zurück.
Mit Tagesanbruch war Hereward wieder zurück, und er fand Bertha an derſelben Stelle, wo er ſie Abends vorher verlaſſen hatte. Er wurde von dem treuen Soldaten begleitet, deſſen Sorgfalt er ſie anvertrauen wollte. Nach wenigen Augenblicken ſah er ſie ſich ein⸗ ſchiffen auf einem Fahrzeuge, welches im Hafen lag. Der Herr dieſes Schiffes ließ ſie ohne Schwierigkeit eintreten, nachdem er oberflächlich ihren Erlaubniß⸗ ſchein, um nach Seutari zu fahren, geprüft hatte, welcher im Namen des Akoluthos ausgeſtellt war, als ob dieſer ſchändliche Verräther ſie zu dieſer Ueberfahrt ermächtigt hätte; der Erlaubnißſchein enthielt auch eine Perſonenbeſchreibung, welche ganz auf den alten Osmund und ſeine junge Gefährtin paßte.
Der Morgen war entzückend; und die Stadt Scu⸗ tari bot ſich bald den Blicken der Reiſenden dar, und zeigte ihnen, wie heute noch, jene mannigfaltigen Bau⸗ arten, welche trotz ihrer Sonderbarkeit und Ungewöhn⸗ lichkeit doch unbeſtreitbare Anſprüche auf unſere Be⸗ wunderung haben. Die Gebäude erhoben ſich kuͤhn aus einem dichten Cypreſſenwalde und andern Bäumen von ungeheurer Dicke, die ſie ohne Zweifel der Ach⸗ tung verdankten, welche ſie als Zierden der Gottes⸗ äcker und als Wächter der Toden einflößten.


