12 ſich unmöglich ſelbſt in das Lager Gottfrieds begeben konnte; und obwohl es eine große Zahl Wäringer gab, auf deren Treue er rechnen konnte, ſo kannte er doch nuter den unmittelbar unter ſeinen Befehlen ſtehenden keinen, deſſenEinſichten er ſich bei einem ſo ungewöhnlichen umſtande gaͤnzlich haͤtte vertrauen können. In dieſer Verlegenheit ging er, ohne viel zu wiſſen, was er that, in die Gärten des Agelaſtes, wo ihn der Zu⸗ fall abermals mit Bertha zuſammen kommen ließ.
Kaum hatte ihr Hereward die Verlegenheit offen⸗ vart, worin er ſich befand, ſo war auch der Entſchluß der treuen Bertha gefaßt.
Ich ſehe, ſagte ſie, daß es an mir iſt, die Gefahr dieſes Abenteuers zu beſtehen. Und warum ſollte ich es nicht thun? Meine Gebieterin wollte aus dem Schooße des Glückes für mich ihr väterliches Haus verlaſſen; und ich werde für ſie ins Lager jenes frän⸗ kiſchen Herrn gehen. Dieſer iſt ein Ehrenmann, ein erbarmungsvoller Chriſt; ſeine Krieger brennen von Eifer für die Religion: eine mit einer ſolchen Bot⸗ ſchaft beauftragte Frau kann unter dergleichen Men⸗ ſchen nichts zu befürchten haben.
Der Wäͤringer kannte zu gut die Sitten der Lager, um Bertha allein eine ſolche Reiſe zu geſtatten. Er wählte daher zu ihrem Begleiter einet alten Soldaten, deſſen Ergebenheit er durch lange Dienſte und zahlrei⸗ che Handlungen des Wohlwollens erworben hatte; und nachdem er der Bertha in allen Einzeluheiten die Bot⸗


