Teil eines Werkes 
5. Theil (1832)
Entstehung
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Kreuzes machte, und einen frommen Seufzer ausſtieß. In dieſem Angenblicke trat ſeine Gemahlin Irene auf ihn zu, und ſagte ihm mit einer Bitterkeit in Blick und Ton, die nor von einem lange aufgehäuften ehe⸗ lichen Haſſe herkommen konnte, der endlich alle Schran⸗ ken durchbrach: Alexius, führet die Sache nach eurem Gutdenken zu Ende; ihr habt als Heuchler ge⸗ lebt und werdet auch unfehlbar als ſolcher ſterben! Bei dieſen Worten ging ſie mit entrüſteter Miene aus dem Zimmer, und führte ihre Tochter mit ſich fort.

Der Kaiſer ſah ihr mit einiger Verlegenheit nach, doch bekam er bald ſeine Geiſtesgegenwart wieder; er wandte ſich zu dem Wäringer mit einer Miene be⸗ leidigter Herrſcherwürde, und ſagte zu ihm: Ach! mein theurer Eduard!(denn dieſer Name hatte ſich in ſei⸗ nem Geiſte feſtgewurzelt anſtatt des minder gelänfi⸗ gen Hereward) du ſieheſt, was ſelbſt den Größten der Erde begegnet! du ſieheſt, daß der Kaiſer ſelbſt in den ſchwierigſten Augenblicken ausgeſetzt iſt, ſeine Geſin⸗ nungen ebenſoſchlimm ausgelegt zu ſehen, als der nied⸗ rigſte Bürger von Conſtantinopel. Indeſſen meine Liebe zu dir, Eduard, iſt ſo groß, daß ich dich zu über⸗ zengen wünſchte, daß die Gemüthsart meiner Tochter Anna Comnena nicht der ihrer Mutter gleicht, ſon⸗ dern vielmehr der meinigen. Du ſieheſt, mit welcher from⸗ men Treue ſie die unwürdigen Banden achtet, die auf' ihr laſten; aber ich hoffe, ſie ſollen bald zerriſſen ſeyn, und Cupido wird ihr andere Ketten umlegen, welche