100 Schleuſe ſchloß, öffnete der arme Kaiſer eine andere noch furchtbarere.
Das iſt enrer kaiſerlichen Weisheit noch unwürdiger, mein Vater, ſchrie die Prinzeſſin Anna Comnena. Iſt es nicht ſchaͤndlich, daß ihr mit eurer Klugheit und eurem Barte euch in unſchickliche Thorheiten mi⸗ ſchet, welche das Innere der Familien, ſelbſt eurer eignen Tochter ſtören? Wer kann ſagen, daß der Cä⸗
ſar Nicephorus Briennes je ſeine Augen auf ein an⸗
deres Weib als ſeine Gemahlin geworfen hat, bevor der Kaiſer es ihn zu thun lehrte, und ihn in ein Ge⸗ webe von Ränken und Verraͤthereien verwickelt hat, welche endlich das Leben ſeines Schwiegervaters in Ge⸗ fahr ſetzen?
Meine Tochter! meine Tochter! rief die Kaiſerin, man muß die Tochter einer Wölſin ſeyn, glaube ich, um ihren Vater mit ſolchen Vorwürfen in einem ſo unglücklichen Augenblicke belaſten zu können, wenn die ganze Muſe, welche er haben kann, ihm kaum hin⸗ reicht, ſein Leben zu vertheidigen.
Stille, ihr beiden Weiber! ſagte Alexius, en⸗ diget euer unvernünftiges Geſchrei! Laßt mich we⸗ nigſtens ſchwimmen um mein Leben zu retten, ohne mich durch eure Abgeſchmacktheiten irre zu machen! Gott weiß es, ob ich der Mann bin, welcher, ich will nicht ſagen, das Böſe, nein nur Das, was den Schein davon hat, zu ermuntern im Stande wäre.
Er ſprach dieſe Worte, indem er das Zeichen des


